Ich bin nie krank. Na ja, zumindest nicht, wenn ich zwecks einer Business-Reise ins Ausland muss. Diesmal hat es mich leider erwischt. Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Eine Schnellkur mit diversen Mitteln hat mich schließlich Reise tauglich werden lassen und so verbrauchte ich am Flug nach Las Vegas zwar gefühlte 48 Taschentücher, vor Ort angekommen kamen die Kräfte aber wieder zurück. Gut, denn schließlich bin ich hier wegen eines sportlichen Events – der UFC 109 – auch wenn ich selbst diesmal nicht antreten werde. Soll der Nachwuchs seinen Spaß haben.
Las Vegas ist bunt, laut und voller verrückter Menschen. Nirgends sonst setzen sich Leute freiwillig für Tage und Wochen vor Glücksspielautomaten und sehen dabei selbst nach einiger Zeit wie Roboter aus, die offensichtlich willenlos ihre Münzen in deren Verderben werfen. Ich selbst habe diesmal nicht gespielt, noch zu tief sitzt der Schock aus dem Vorjahr, wo ich 100 Euro beim Roulette in weniger als 5 Minuten verblasen habe. So verbrachte ich die Zeit, gemeinsam mit meinen drei deutschen Kollegen, in diversen Shopping-Malls (auch wenn der Dollar immer stärker wird) und bei der eigentlichen Spiele-Präsentation. Dazu gibt’s selbstverständlich im nächsten Heft mehr. Nur soviel sei verraten: neben den Entwicklern stand uns auch UFC-Präsident Dana White Rede und Antwort und was der junge Mann über Publisher EA zu schimpfen hatte, war kaum noch feierlich. Mehr dazu wie gesagt im nächsten Heft.
Der eigentliche Höhepunkte war dann aber der Kampf Samstag Abend, bzw. die Kämpfe. Wie etwa beim Wrestling gibt es diverse Vorkämpfe, bis der Hauptkampf die Halle zum Toben bringt. Als UFC-Neuling hat man schon seine Probleme mit der recht ruppigen Kampfweise, wie ich mir von DSF-Kollegen Oliver Copp aber erklären hab lassen, ist in 17 Jahren UFC erst einmal etwas Schlimmeres passiert, dh hat sich jemand etwas gebrochen. Will man eigentlich gar nicht glauben, wenn man die Kämpfer so sieht, wie sie sich auf dem Boden liegend mehrmals auf die Schläfe schlagen. Aber irgendwie halten sie das aus und stehen selbst nach der scheinbar schwersten Tortur wieder auf und kämpfen weiter. Die Stimmung in der Halle war in jedem Fall beeindruckend. Wohl nirgends sonst passen die modernen Gladiatorenkämpfe hin als ins verspielte Vegas.
Dann hieß es wieder Abschied nehmen von der Stadt, die niemals schläft – weil die Glücksspielautomaten immer laufen. Danke an dieser Stelle an THQ für die Einladung und Grüße an die Kollegen, für die unterhaltsamen Stunden. Auch wenn ich erneut arm aus Vegas zurückkehre, diese Stadt ist immer einen Besuch wert, selbst wenn der Monat Februar heißt und Regen sowie kalter Wind ständiger Begleiter ist.