Täglich versuche ich in der Arbeit ca. fünf Leute zu koordinieren, d.h. ich versuche ihnen eine Beschäftigung zu geben, ihnen den Weg zu weisen und sie – dank Pizzalieferservice – am Leben zu halten. Sony will in seinem neuen Online-Shooter MAG 256 Leute dazu bringen, aufeinander aufzupassen, zu überleben und gemeinsam Ziele zu erledigen. Um diese theoretisch unmögliche Leistung zu vollbringen, durften wir letzte Woche nach London fliegen und mit etwa 128 anderen Journalisten gegen 128 amerikanische Redakteure, die ihrerseits in Los Angeles auf unser Einloggen warteten, spielen. Das Review zum Spiel findet ihr ab Montag Abend, 25. 1. 2010, auf www.consol.AT und www.consolPLUS.de. Wer etwas über die Reise selbst wissen will, der liest am besten hier weiter!
Gemeinsam mit zwei Kollegen und der österreichischen Sony-Marketing-Verantwortlichen Marlies Frey, flogen wir Mittwoch früh, noch recht verschlafen dreinschauend, Richtung London. Der stets chillige FM4-Redakteur, dem das frühe Aufstehen sichtlich auch nicht behagte, wurde jedoch schnell wach als er merkte, dass sein Pass nicht in seiner Tasche steckte. 40 Minuten vor Abflug also in die Notpassstelle und tatsächlich kam der junge Mann mit seinem weißen „Emergency Pass“ noch rechtzeitig zum Flieger. Was hätten wir auch ohne ihn getan, schließlich waren die 128 europäischen Journalisten abgezählt, um am größten Online-Spektakel der Videospielgeschichte teilnehmen zu können.
Direkt vom Flughafen ging es zum Event, einer großen Lagerhalle hinter der Westminster University, gleich in der Nähe von Madame Tussauds, falls schon mal jemand von euch in der Gegend war. In der Halle selbst warteten 128 PS3-Geräte, alle mit einem Monitor, aber keinem Sitzplatz ausgestattet. Die älteren Redakteure, darunter auch meine Wenigkeit, dachten schon an ihre armen Füße, die nun über sechs Stunden ihren Dienst nicht verweigern durften, doch war der Plan von Sony ein anderer. In mehren 20 Minuten Spielsessions, die von ausreichend langen Trinkpausen unterbrochen wurden, sollten die Journalisten alle Modi kennenlernen. Zunächst gab es ein Briefing, von einem als Soldat verkleideten Bären von einem Mann (jemand „The Green Mile“ gesehen?), sowie ein paar einleitende Worte von vier eingeflogenen, amerikanischen Entwicklern von Zipper Interactive (Socom-Reihe).
Ich muss zugeben, der ständige Wechsel von der Konsole zum „Versorgungszelt“ nahm ein wenig den Fluß aus dem Spiel, schließlich benötigt man immer ein wenig Zeit, um ins Game zu finden. Dennoch war die Einteilung sinnvoll, konnten wir doch in den Pausen unsere Gedanken mit anderen Journalisten, von denen es ja ausreichend gab, teilen und immer wieder kurze Snacks zu uns nehmen. Der Tag verging dank des vielen Trubels relativ schnell und so durften wir nach einem aufregenden Tag, an dem die besten Schützen auch noch PSPs gewinnen konnten, endlich ins Hotel duschen und umziehen gehen. Auch der Besuch der Toilette konnte endlich in Ruhe durchgeführt werden, schließlich waren ein WC und vier Pissoirs auf der Event-Fläche für etwa 100 Männer, die immer gleichzeitig ihr Geschäft verrichten wollten, etwas unentspannt. Am Abend ging es in ein sehr gutes japanisches Lokal, bei dem wir uns am Tisch von einem Koch mit allerlei Köstlichkeiten verwöhnen lassen durften. Auch mein FM4-Kollege hatte das Glück wieder für sich gepachtet, als ihm eine Kellnerin etwas Bier auf die Jacke schüttete.
Am nächsten Tag ging es dann früh zurück nach Wien. Einzig nennenswerte Aktion in diesen wenigen Stunden war vielleicht der Kaffee, der von einem Steward in das Genick von dem bereits mehrmals erwähnten FM4-Redakteur verschüttet wurde. Die paar Eiswürfel, die ihm gleich danach in die Hand gedrückt wurden, konnten seine Stimmung auch nicht mehr auf ein Höchstmaß heben. Was das Spiel selbst anbelangt dürfen ab Montag, 25. Januar, 18 Uhr, die ersten Reviews online gehen. Wen von euch meine Meinung zum Spiel interessiert, der liest diese ab dem genannten Zeitpunkt auf unseren Webseiten consol.AT und consolPLUS.de. Mein Dank gilt an dieser Stelle Sony, für das nette Event, meinen Kollegen, für den wackeren Kampf, und schließlich meiner Aura, die auf diesem Trip ausnahmsweise nicht die schlechteste wahr.